Jahresversammlung der Feuerwehrführungskräfte 2026

Quelle: Pressestelle Landratsamt Bamberg

Einsatzbilanz, neue Technik und der Bevölkerungsschutz im Fokus

Einmal im Jahr kommen die Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis Bamberg zusammen, um Bilanz zu ziehen und den Blick nach vorn zu richten. Zur gemeinsamen Kommandanten-Dienstversammlung und Vollversammlung des Kreisfeuerwehrverbands am 31. Oktober 2026 in der Seehofhalle Memmelsdorf begrüßte Kreisbrandrat Thomas Renner 292 Teilnehmer: Kommandanten, Vorsitzende und ihre Stellvertreter, Bürgermeister, die Kreisbrandinspektion sowie Gäste aus Politik und den anderen Blaulichtorganisationen.

Bürgermeister Jürgen Reinwald hieß die Versammlung in Doppelfunktion willkommen, denn seit Kurzem vertritt er auch die Bürgermeister im Kreisfeuerwehrverband. Für Landrat Johannes Maciejonczyk war es die erste Kommandanten-Dienstversammlung im neuen Amt. In seiner Eröffnungsrede betonte er, dass die örtlichen Feuerwehren für die Gefahrenabwehr unverzichtbar seien und jeder investierte Euro ein Beitrag zur Sicherheit aller sei. Auch die Planung eines Katastrophen- und Bevölkerungsschutzzentrums werde weiterverfolgt.

Zahlen und Erfahrungen aus dem Einsatzjahr 2025

In seinem Bericht blickte Kreisbrandrat Renner auf das Einsatzjahr 2025 zurück. Rund ein Drittel der Einsätze entfiel auf Brände, zwei Drittel auf technische Hilfeleistungen. Das Flächenlagenkonzept bewährte sich bei etwa 250 Einsätzen.

  • 3.447 Einsätze im Jahr 2025
  • rund 6.600 ehrenamtliche Einsatzkräfte in 182 Feuerwehren
  • 1.051 Mitglieder in den Jugendgruppen und 76 Kinderfeuerwehren – drei Jugendgruppen und sechs Kinderfeuerwehren kamen neu hinzu

Besonders gefordert waren die Kräfte bei einem Waldbrand auf rund 16.000 Quadratmetern bei Oberhaid, bei dem neun Personen verletzt wurden. Die Lehren daraus – bessere Getränkeversorgung, frühere Ablösungen und mehr Reserven – fließen in ein landkreisweites Konzept zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ein. Als erster Baustein erscheint in Kürze ein Handbuch für die Kommandanten. Auch für den Winter mahnte Renner zur Vorbereitung, von Winterausrüstung und Schneeketten bis zu freigehaltenen und gut gekennzeichneten Hydranten.

Neue Technik und ein erweitertes Gefahrenbild

Vorgestellt wurde neu beschaffte Ausstattung, darunter mobile Großraumlüfter, ein ferngesteuerter Roboter zur Erkundung gefährlicher Bereiche und ein Kraftstoffanhänger mit mobiler Tankstelle. Die mobile Lageplattform wird schrittweise durch die Eigenentwicklung FÜLAP abgelöst, die unter anderem Einsatzabschnitte, Bilder, Wasserversorgung, Waldbrandkarten und Gefahrgutinformationen bündelt. Über das neue „KRPortal“ sollen berufliche, fachliche und sprachliche Kompetenzen der Einsatzkräfte erfasst werden, um künftig gezielter alarmieren zu können.

Fachbereichsleiter Florian Wendel vom Landratsamt widmete sich in einem Impulsvortrag der hybriden Gefahrenlage – von Cyberangriffen und Sabotage bis zu Strom- und Wasserausfällen. Die Kernaufgaben Brandbekämpfung, Menschenrettung und technische Hilfe blieben davon unberührt. Die Kommandanten sind aufgerufen, Personal, Qualifikationen sowie Material- und Kommunikationsreserven zu prüfen.

Vollversammlung: Bevölkerungsschutz, Jugendschutz und Beschaffung

Nach einer Pause mit Ausstellung neuer Fahrzeuge und Geräte sowie Infoständen auf dem Vorplatz eröffnete Renner als Vorsitzender die Vollversammlung des Kreisfeuerwehrverbands. Er forderte eine bessere Information der Bevölkerung, etwa über Warn-Apps, sowie leistungsfähige Krisenstäbe und Notstromversorgung als künftigen Standard. Positiv bewertete er das Projekt „Hilfe für Helfer“: Nach dem Hochwasser 2024 flossen mehr als eine Million Euro an geschädigte Feuerwehren.

Kommandant und Fachbereichsleiter Jugend & Familie Tobias Dusold vom Landratsamt sprach über den Schutz der rund 2.500 Kinder und Jugendlichen in den Feuerwehren. Großes Interesse fand die bayernweite Sammelbeschaffung des LF 10 mit 171 verbindlichen Bestellungen. KBI Friedrich Riemer erläuterte die Neuerungen bei der zentralen Einsatznachbearbeitung des Innenministeriums, denn eine vollständige Dokumentation wirkt sich auch auf spätere Fördermittel aus. Zudem soll im Landkreis eine Lebensretter-App eingeführt werden, die zertifizierte Helfer zu Reanimationen alarmiert.

Würdigung, Wechsel und solide Finanzen

Gewürdigt wurde Bürgermeister a. D. Jakobus Kötzner aus Herrnsdorf für seine langjährige Tätigkeit als Feuerwehrbürgermeister und Verbindungsperson zum Kreisfeuerwehrverband. Zudem kündigt sich ein Wechsel an: Kreisbrandinspektor Friedrich Riemer zieht sich zum 31. Januar 2027 nach 34 Jahren Führungsverantwortung zurück, die Übergabe soll geordnet erfolgen.

Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen, sämtliche Belege lagen vor. Kassier und Vorstandschaft wurden ohne Gegenstimmen entlastet. Mit Blick auf die Neuwahlen 2030 soll frühzeitig eine Nachfolge für das Kassenamt gefunden werden.

Dank und Zuversicht zum Abschluss

Mit einem ausführlichen Dank an alle Anwesenden schloss Kreisbrandrat Renner die Doppelversammlung. Die unzähligen Stunden, die die Ehrenamtlichen zum Wohl der Allgemeinheit leisten, seien keine Selbstverständlichkeit. Die Herausforderungen würden wachsen, doch der Landkreis Bamberg sei im Bereich Sicherheit gut aufgestellt.