Stadt und Landkreis Bamberg stärken gemeinsam die Krisenfestigkeit der Region

Quelle: Pressestelle Landratsamt Bamberg

Das Projekt „Resiliente Region Bamberg“ bringt Verwaltung, Einsatzorganisationen, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Vereine und Verbände zusammen

Stadt und Landkreis Bamberg starten gemeinsam das Pilotprojekt „Resiliente Region Bamberg“. Zusammen mit Organisationen und Einrichtungen vor Ort wollen sie die Region bestmöglich auf außergewöhnliche Krisenlagen vorbereiten und ihre Widerstandskraft stärken.

Wie wichtig eine gute Vorbereitung ist, zeigen aktuelle Ereignisse in Deutschland: Sabotage an Stromnetzen, Cyberangriffe oder der jüngste versuchte Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle machen deutlich, dass unsere Infrastruktur bedroht ist. In Berlin waren zu Jahresbeginn zeitweise zehntausende Haushalte und zahlreiche Unternehmen aufgrund eines Sabotageaktes von der Stromversorgung abgeschnitten.

Die Vorbereitung darauf, ist eine Pflichtaufgabe für Stadt und Landkreis Bamberg: Was passiert, wenn Strom oder Kommunikationsverbindungen länger ausfallen? Was, wenn Verkehrswege beeinträchtigt sind oder wichtige Einrichtungen nicht wie gewohnt arbeiten können? Damit die Region auch in solchen Situationen handlungsfähig bleibt, müssen viele Stellen ineinandergreifen und wissen, was zu tun ist.

Genau hier setzt das Projekt „Resiliente Region Bamberg“ an. Krisenvorsorge und Katastrophenschutz gehören ebenso wie die zivile Verteidigung bereits heute zu den Aufgaben von Stadt und Landkreis. Sie sind darauf ausgerichtet, dass die Region auch in 

Krisenzeiten in der Lage ist die Bevölkerung zu informieren, zu versorgen oder zu schützen und wichtige öffentliche Leistungen aufrechtzuhalten. Dabei kommt es nicht allein auf die Kreisverwaltungsbehörden Stadt und Landratsamt Bamberg an. Die beiden Kreisverwaltungen müssen aber in der Lage sein, viele unterschiedliche Stellen im Ernstfall so zu koordinieren, dass diese verlässlich zusammenarbeiten und ihre Aufgaben wahrnehmen können. Deshalb wirken in diesem Projekt unter anderem Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsorganisationen, weitere Behörden, Unternehmen und Versorgungsbetriebe, Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Bildung und Wissenschaft sowie Vereine, Verbände und weitere Organisationen aus der Zivilgesellschaft zusammen.

Gemeinsam prüfen die Beteiligten, was bereits gut funktioniert und wo sich noch etwas verbessern lässt. Sie untersuchen, wo verschiedene Einrichtungen voneinander abhängig sind und ob Kommunikations- und Entscheidungswege auch unter außergewöhnlichen Bedingungen verlässlich ineinandergreifen.

Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier betont: „Die Anforderungen an Städte und Gemeinden verändern sich stetig. Wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Deshalb bin ich sehr froh, dass es uns gelungen ist, dieses einmalige, geförderte Pilotprojekt an Land zu ziehen. Es wird entscheidend dazu beitragen, dass wir die Pflichtaufgaben in diesem Bereich gut bewältigen. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir das vorhandene Wissen unserer regionalen Experten zusammenführen und daraus konkrete Verbesserungen für Bamberg ableiten.“

Landrat Johannes Maciejonczyk ergänzt: „Krisenvorsorge gelingt nur gemeinsam. Das Projekt unterstützt Stadt und Landkreis dabei, mit hochprofessioneller fachlicher Begleitung bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und unsere Handlungsfähigkeit auch in schweren Krisen nachhaltig zu stärken. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse kommen unmittelbar unserer Region zugute und liefern gleichzeitig wertvolle Impulse für andere Kommunen.“

Auf Seiten von Stadt und Landkreis begleiten Christian Hinterstein, Referent für Öffentliche Sicherheit, Recht und Ordnung, sowie Florian Wendel, Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, und ihre Teams das Projekt fachlich.

Erst analysieren, dann gemeinsam erproben

Das Projekt beginnt im Herbst 2026 und besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Zunächst sprechen Stadt und Landkreis Organisationen und Einrichtungen aus der Region persönlich an und laden sie zur Mitwirkung ein. Im Anschluss untersuchen die Beteiligten gemeinsam, wie gut die Region auf außergewöhnliche Krisenlagen vorbereitet ist. Dabei geht es auch darum, Kommunikationswege und gegenseitige Abhängigkeiten sichtbar zu machen. So entsteht ein gemeinsames Bild davon, wo die Region bereits gut aufgestellt ist und wo Verbesserungen sinnvoll sind.

Darauf folgt ein moderiertes Planspiel, in dem ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein realistisches Krisenszenario intensiv durchspielen. Dabei testen sie ganz praktisch, ob Kommunikation, Entscheidungen und das Zusammenspiel der verschiedenen Stellen auch unter extremen Bedingungen funktionieren.

Für die Bevölkerung entstehen dadurch keine Einschränkungen. Eine öffentliche Großübung oder eine praktische Einsatzübung im Stadtgebiet oder Landkreis sind nicht vorgesehen.

Anschließend wertet das Projektteam die Erkenntnisse aus den Gesprächen und dem Planspiel aus. Bis zum Herbst 2027 entstehen daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Stadt und Landkreis. Die Erfahrungen aus Bamberg werden zudem so aufbereitet, dass sie auch anderen Kommunen in ganz Deutschland als Orientierung dienen können.

Unterstützung durch externe Expertise

Stadt und Landkreis Bamberg leiten das Projekt „Resiliente Region Bamberg“ und setzen es gemeinsam mit den beteiligten Organisationen der Region um. Externe Fachleute, wie die BwConsulting, unterstützen sie bei der strukturierten Analyse und bringen ihr Fachwissen zur Krisenvorsorge und zum Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ein.

Broschüre "Resiliente Region Bamberg"