Gut vorbereitet auf Hochwasser? So sorgen Sie langfristig vor
Hochwasser kann viele Ursachen haben: Flusshochwasser, Starkregen, Rückstau im Kanal oder ein steigender Grundwasserspiegel. Betroffen sein können nicht nur direkte Uferbereiche, sondern auch Gebiete weit entfernt von Gewässern.
Mit der richtigen Vorbereitung können Sie mögliche Schäden durch Hochwasser verringern oder sogar ganz vermeiden. Sie sollten dabei beachten, dass manche Maßnahmen etwas Vorlauf brauchen.
Deshalb gilt: Je früher und gründlicher Sie Vorsorgemaßnahmen planen und umsetzen, desto besser sind Sie für einen plötzlich auftretenden Ernstfall gewappnet.
Das sagt das Gesetz zur Hochwasservorsorge
„Jeder Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadenminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt oder Sachwerte durch Hochwasser anzupassen.“
(Quelle: Wasserhaushaltsgesetz §5, Absatz 2)
Langfristig vorsorgen! Aber wie?
1. Gefahren erkennen – Standort prüfen
Der beste Schutz ist, gar nicht erst in hochwassergefährdeten Gebieten zu bauen. In vielen Bereichen ist das sogar gesetzlich verboten – z. B. in festgesetzten Überschwemmungsgebieten.
Ob ein Standort gefährdet ist, zeigt der UmweltAtlas Bayern. Hier finden Sie:
-
-
- offizielle Überschwemmungsgebiete
- Hinweise zu wassersensiblen Bereichen
- Informationen zu hohen Grundwasserständen
-
So funktioniert’s:
Geben Sie im UmweltAtlas eine Adresse ein. Fügen Sie über „Karteninhalte“ Inhalte hinzu. Über die Inhalte „Naturgefahren“ erhalten Sie sämtliche Informationen zu Überschwemmungsgefahren.
Die Kartendarstellung ist farblich abgestuft:
-
-
- Dunkelblau (HQhäufig): Überschwemmung alle 5–20 Jahre
- Mittelblau (HQ100): Überschwemmung statistisch alle 100 Jahre
- Hellblau (HQextrem): sehr seltene, aber extreme Hochwasserereignisse
-
UmweltAtlas Bayern » UmweltAtlas
2. Richtig versichern – Elementarschutz abschließen
Auch wer abseits von Flüssen wohnt, kann betroffen sein. Eine Elementarschadenversicherung schützt Sie bei Schäden durch:
-
-
- Starkregen
- Überschwemmungen
- Rückstau im Kanalnetz
-
Viele Gebäude- oder Hausratversicherungen decken diese Risiken nicht automatisch ab. Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung oder bei den Verbraucherzentralen in Bayern über die aktuellen Angebote.
Wichtig: Seit Juli 2019 gibt es in Bayern keine staatlichen Soforthilfen mehr – Schäden müssen privat versichert werden.
3. Haus und Wohnung baulich schützen
Wer neu baut, sollte den Hochwasserschutz von Anfang an mitdenken. Denn Nachrüstungen sind später aufwendig und teuer. Typische Maßnahmen sind:
-
-
- keine Technikräume im Untergeschoss
- hochwassergeeignete Materialien und Bauweisen
- Rückstausicherung für Abwasserleitungen
-
Auch bestehende Gebäude lassen sich oft mit einfachen Mitteln besser schützen. Informationen finden Sie hier:
Hochwasserschutzfibel - Objektschutz und bauliche Vorsorge
4. Auf den Ernstfall vorbereitet sein
Wenn es ernst wird, bleibt meist nur wenig Zeit zum Reagieren. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig:
-
- einen Notfallplan aufzustellen: Wer übernimmt welche Aufgaben?
- ein Notfallpaket bereitzuhalten – z. B. mit Wasser, haltbaren Lebensmitteln, Taschenlampe, Mobiltelefon, Erste-Hilfe-Set
Das hilft besonders, wenn Strom- oder Wasserversorgung kurzfristig ausfallen.