Unwetterlage im Landkreis Bamberg: 45 Einsätze fordern Feuerwehren

Quelle: Kreisbrandinspektion Bamberg

Abschnittsführungsstellen in Memmelsdorf, Scheßlitz und Litzendorf besetzt


Ein kurzes, aber lokal sehr intensives Gewitter hat am Sonntagnachmittag, 21. Juni 2026, Teile des Landkreises Bamberg getroffen und eine umfangreiche Unwetterlage ausgelöst. Nach einem sehr heißen Tag mit Temperaturen um 35 Grad entwickelten sich ab dem Nachmittag kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Für Oberfranken und weite Teile Bayerns war vor schweren Gewittern gewarnt worden.

Ab etwa 16:50 Uhr gingen die ersten Einsätze bei der Integrierten Leitstelle ein. Während die Lage zunächst noch durch einzelne Einsatzstellen geprägt war, nahm die Zahl der Meldungen im Bereich Memmelsdorf, Scheßlitz und Litzendorf innerhalb kurzer Zeit deutlich zu. Vor allem vollgelaufene Keller, unter Wasser stehende Gebäude sowie umgestürzte oder beschädigte Bäume und Äste beschäftigten die Feuerwehren.

Um die Vielzahl der Einsatzstellen geordnet und parallel abarbeiten zu können, wurden im weiteren Verlauf drei Abschnittsführungsstellen alarmiert und besetzt. Den Anfang machte um 17:24 Uhr die Abschnittsführungsstelle Memmelsdorf. Um 17:51 Uhr folgte die Abschnittsführungsstelle Litzendorf, wenige Minuten später, um 17:55 Uhr, wurde auch die Abschnittsführungsstelle Scheßlitz in Betrieb genommen. Von dort aus koordinierten die eingesetzten Führungskräfte die eingehenden Meldungen, priorisierten die Einsatzstellen und führten die eingesetzten Feuerwehren in ihren jeweiligen Bereichen.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Unwetterlage 45 Einsätze unter dem Stichwort „THL UNWETTER“ bearbeitet. 44 davon entfielen auf die durch die Abschnittsführungsstellen Memmelsdorf, Scheßlitz und Litzendorf geführte Lage. Ein weiterer Unwettereinsatz in Bischberg wurde regulär außerhalb dieser Führungsstruktur abgearbeitet.

Der Schwerpunkt der Lage lag im Bereich der Abschnittsführungsstelle Memmelsdorf. Dort waren insgesamt 28 Unwettereinsätze zu bewältigen. Besonders betroffen war der Bereich Drosendorf, wo sich zahlreiche Einsatzstellen mit vollgelaufenen Kellern und Gebäuden konzentrierten. Im Bereich der Abschnittsführungsstelle Scheßlitz wurden zehn Unwettereinsätze bearbeitet. Die Schadensstellen verteilten sich dort auf mehrere Ortsteile und Verkehrsbereiche; eine leichte Häufung zeigte sich im Bereich Wiesengiech. Im Bereich der Abschnittsführungsstelle Litzendorf fielen sechs Unwettereinsätze an. Hier lag der Schwerpunkt insbesondere in Schammelsdorf.

Zur Bewältigung der Lage waren im Bereich Memmelsdorf 85 Einsatzkräfte, im Bereich Scheßlitz 96 Einsatzkräfte und im Bereich Litzendorf 30 Einsatzkräfte eingesetzt. Damit waren allein über die drei Abschnittsführungsstellen insgesamt 211 Einsatzkräfte in die Abarbeitung der Unwetterlage eingebunden.

Neben den wetterbedingten Einsätzen mussten die Feuerwehren im gleichen Zeitraum weitere Einsatzlagen bewältigen. Dazu zählte eine ausgelöste Brandmeldeanlage in Scheßlitz. Auf der Autobahn A3 kam es zudem zu einem kleineren Waldbrand mit einer betroffenen Fläche von unter 1.000 Quadratmetern, der nach derzeitiger Erkenntnis durch einen Blitzeinschlag verursacht wurde. Darüber hinaus wurden zwei Rauchentwicklungen im Freien gemeldet sowie eine technische Hilfeleistung, bei der eine eingeschlossene Person befreit werden musste, abgearbeitet.

Die Einsatzkräfte arbeiteten die zahlreichen Einsatzstellen über mehrere Stunden hinweg koordiniert und mit hoher Einsatzbereitschaft ab. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Maßnahmen zur Beseitigung von Wasserschäden, zur Sicherung von Gebäuden sowie zur Beseitigung von Gefahren durch Bäume und Äste.

Die Kreisbrandinspektion dankt allen eingesetzten Feuerwehrkräften, den Führungskräften und Besatzungen der Abschnittsführungsstellen sowie allen weiteren Beteiligten für die strukturierte und reibungslose Zusammenarbeit während der Unwetterlage.